Vascutek Terumo
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Unser Service für Sie - Materialkunde

 
Gewirke

Die Vascutek Produktfamilie: kleine Unterschiede – große Wirkung

Vascutek bietet eine breite Palette an Polyester-Gefäßprothesen an. Allein fünf Prothesen sind gewirkt. Aber wo liegen da die Unterschiede? Gibt es überhaupt welche?
Dieses sind Fragen, die sich dem Anwender durchaus aufdrängen, angesichts der großen Auswahl für ein und den selben Einsatzbereich.

Gewirkt ist nicht gleich gewirkt

Bei Vascutek unterscheiden wir drei Wirkstrukturen, die der Gefäßprothese ganz individuelle Eigenschaften verleihen.

Die 2-Garn-Wirkstruktur von Vascutek bietet eine dünnwandige und komfortable Prothese, mit exzellenten Handhabungseigenschaften. Diese und alle anderen Strukturen werden bereits während der ersten Herstellungsphase so engmaschig gewirkt, dass ein späteres Kompaktieren durch chemische oder thermische Verfahren entfällt.
Der dritte Satz Garn bei der Herstellung der Gelseal-Struktur verleiht dem Produkt eine derart hohe radiale Berstfestigkeit, dass diese Prothese vor allem im Cardio-Thorakalen Bereich Ihre Stärken ausspielen kann.
Um nun eine dilatationsresistente und zugleich dünnwandige Prothese zu erhalten, hat Vascutek die Köper-Wirkstruktur entwickelt. Diese einzigartige Struktur verleiht den so hergestellten Prothesen hohe Radialkraft bei geringerer Wandstärke. Das Resultat ist eine Prothese, welche die Vorteile von gewirkten und gewebten Produkten wie gutes Einheilen, niedrige Porosität, hohe Nahtrückhaltekraft, kein Ausfransen und ein hervorragendes Handling in sich vereint.

Was ist Gelatine?

Gelatine ist ein Protein, welches in der Natur nicht vorkommt. Die Basis für Gelatine ist ein natürlich vorkommendes wasserlösliches Protein namens Kollagen. Die Kollagenfaser besteht aus einem Netzwerk in sich verflochtener Tropokollagenfasern, die, wenn sie erhitzt werden oder mit chemischen Substanzen reagieren, sich zu hydrolisierbaren Gelatinemolekülen umwandeln.

     
 
Kompression, Sintern, Extrudieren, Strecken

Was ist ePTFE?

PTFE-MoleküleePTFE steht für expanded Polytetrafluorethylen. Das PTFE-Molekül besteht aus einer Kette von Monomeren welches sich aus 2 Kohlenstoff- und 4 Fluoratomen zusammensetzt.

Als Grundsubstanz liegt das PTFE als weißes Pulver vor. Zur Herstellung einer ePTFE-Prothese wird dieses Pulver dann in eine Stabform gepresst. Der Stab wird dann unter hohem Druck extrudiert. Danach wird der Schlauch auf den gewünschten Durchmesser gestreckt. Der Schlauch ist noch sehr brüchig und wird bei exakt definierter Temperatur gesintert, um ihm so die nötige Festigkeit zu verleihen.

PTFE zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

· Hoher Schmelzpunkt (342°C)
· Hohe thermische Stabilität
· Chemisch inert
· Feuerfest
· Niedrige Wasser-ab/adsorbtion
· Nicht löslich
· Wetterbeständig

Außer in Gefäßprothesen findet sich PTFE unter anderem im Haushalt als Beschichtung auf Pfannen (TEFLON®) oder in der Elektroindustrie als Kabelisolation.


In der linken Abbildung sehen Sie:
· Kompression
· Sintern
· Extrudieren
· Strecken

     
 
Strukturen im Elektronenmikroskop

Was ist Polyester?

Polyester oder auch DACRON® ist ein Polymer welches sich aus dem Monomer Ethylenterephtalat zu einem Polymer zusammensetzt.
Zur Herstellung einer Polyesterprothese wird das gewonnene Kunststoffgarn mittels speziell entwickelten Strick- oder Webtechniken auf modifizierten Maschinen zu einem Schlauch verarbeitet.

links: Struktur einer konventionell gestrickten Polyester-Gefäßprothese
(im Elektronenmikroskop)
rechts: Köper Wirkstruktur bei einer Vascutek Deutschland Gelsoft Plus Prothese
(im Elektronenmikroskop)

Verfasser: Markus Dierkes, Vascutek Deutschland